Handball-Vereine

Die Handball-Landesverbände

Sporthalle am Abend von außen, Fenster beleuchtet

Unterhalb des Deutschen Handballbunds organisieren 22 Landesverbände den Spielbetrieb. Es sind mehr als die 16 Bundesländer, weil einige Länder historisch in mehrere Verbandsgebiete geteilt sind – Nordrhein-Westfalen etwa in Westfalen, Niederrhein und Mittelrhein, Rheinland-Pfalz in Rheinland, Rheinhessen und Pfalz.

Für Vereine ist der Landesverband die eigentliche Betriebsebene: Er teilt Ligen ein, veröffentlicht Spielpläne, setzt Schiedsrichter an, führt Spielberechtigungen und schreibt die Durchführungsbestimmungen, die im eigenen Gebiet gelten. Wer wissen will, welche Regel in seiner Spielklasse tatsächlich angewendet wird, findet die Antwort dort und nicht in der internationalen Regelfassung.

Die Zuständigkeit richtet sich nach dem Sitz des Vereins, nicht nach dem Wohnort der Spieler und auch nicht nach dem Postleitzahlgebiet. Wer in einem Grenzgebiet wohnt, kann deshalb zwei Vereine in Nachbarorten finden, die in verschiedenen Verbänden spielen – mit unterschiedlichen Ligastrukturen, Spielplänen und teils abweichenden Durchführungsbestimmungen.

Über den 22 Landesverbänden steht der Deutsche Handballbund, der die Nationalmannschaften, den überregionalen Spielbetrieb und das Regelwerk verantwortet. Praktisch relevant wird das bei drei Dingen: der Spielberechtigung, die der Verband ausstellt und die bei einem Vereinswechsel neu beantragt werden muss; den Jugendbestimmungen, die regeln, ab wann und wie oft Jugendliche in Erwachsenenmannschaften eingesetzt werden dürfen; und den Schiedsrichterpflichten, die jeder Verein anteilig zu seinen gemeldeten Mannschaften erfüllen muss.

Badischer Handball-Verband

Nordbaden

Bayerischer Handball-Verband

Bayern

Handball-Verband Berlin

Berlin

Handball-Verband Brandenburg

Brandenburg

Bremer Handballverband

Bremen

Hamburger Handball-Verband

Hamburg

Hessischer Handball-Verband

Hessen

Handball-Verband Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern

Handball-Verband Mittelrhein

Köln, Bonn, Aachen

Handball-Verband Niederrhein

Düsseldorf, Duisburg, Niederrhein

Handball-Verband Niedersachsen

Niedersachsen

Pfälzer Handball-Verband

Pfalz

Handball-Verband Rheinhessen

Rheinhessen

Handball-Verband Rheinland

Nördliches Rheinland-Pfalz

Handball-Verband Saar

Saarland

Handball-Verband Sachsen

Sachsen

Handball-Verband Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt

Handballverband Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein

Südbadischer Handball-Verband

Südbaden

Thüringer Handball-Verband

Thüringen

Handball-Verband Westfalen

Westfalen

Handball-Verband Württemberg

Württemberg

Bezirke und Kreise: die Ebene darunter

Die meisten Landesverbände sind intern noch einmal in Bezirke und Kreise gegliedert. Diese Ebene ist für Vereine im Breitensport die eigentliche Ansprechstelle: Sie teilt die Kreis- und Bezirksligen ein, setzt dort die Schiedsrichter an und organisiert die Staffeltage, auf denen vor der Saison die Spielpläne abgestimmt werden.

Praktisch heißt das, dass eine Frage zur Spielberechtigung oder zu einer Spielverlegung selten beim Landesverband landet, sondern beim Staffelleiter des eigenen Kreises – einer ehrenamtlich besetzten Position, die man am besten kennt, bevor man sie braucht.

Was der Landesverband für einen Verein erledigt

Der Verband teilt die Ligen ein und veröffentlicht die Spielpläne, führt die Spielberechtigungen, setzt Schiedsrichter an, wertet Spielberichte aus und entscheidet über Einsprüche. Er organisiert außerdem die Aus- und Fortbildung: Trainerlizenzen von der C-Lizenz aufwärts, Schiedsrichterlehrgänge und die Ausbildung von Zeitnehmern und Sekretären laufen sämtlich über die Verbände oder ihre Bezirke.

Für Vereine ist der Verband damit auch die Adresse für Zuschüsse. Landesverbände und Landessportbünde fördern Jugendarbeit, Übungsleiterausbildung und teils die Anschaffung von Ausrüstung; die Anträge sind fristgebunden und werden regelmäßig deshalb nicht gestellt, weil im Verein niemand von ihnen weiß.

Was der DHB sich für das Jahrzehnt vorgenommen hat

Der Deutsche Handballbund hat die 2020er zum „Jahrzehnt des Handballs“ erklärt und dafür das Strategiekonzept Perspektive 2030 aufgelegt. Es verfolgt drei Missionen: Fans gewinnen und binden, die Sportart sichtbarer machen, und die Mitgliederentwicklung stabilisieren.

Der dritte Punkt ist der, den Vereine im Alltag spüren. Die erklärten Ziele sind, die Verluste im Alter zwischen 15 und 18 zu verringern und die Abwanderung der 27- bis 40-Jährigen auszugleichen. Beides beschreibt genau die zwei Stellen, an denen Jugendmannschaften und Herren- oder Damenteams tatsächlich abbrechen; wie ein Verein dagegenhält, entscheidet sich vor Ort und nicht in einem Strategiepapier.

Häufige Fragen

Wie viele Handball-Landesverbände gibt es in Deutschland?

22. Das sind mehr als die 16 Bundesländer, weil Nordrhein-Westfalen in Westfalen, Niederrhein und Mittelrhein geteilt ist, Rheinland-Pfalz in Rheinland, Rheinhessen und Pfalz, und Baden-Württemberg in Baden, Südbaden und Württemberg.

Welcher Landesverband ist für meinen Verein zuständig?

Der Verband, in dessen Gebiet der Verein seinen Sitz hat – nicht der Wohnort der Spieler. In Grenzlagen können zwei Vereine in Nachbarorten in verschiedenen Verbänden spielen.

Wofür braucht ein Verein den Landesverband?

Für Ligaeinteilung und Spielpläne, Spielberechtigungen, Schiedsrichteransetzung, Trainer- und Schiedsrichterausbildung sowie für Zuschüsse zur Jugendarbeit.

Was macht der Deutsche Handballbund im Unterschied dazu?

Der DHB verantwortet die Nationalmannschaften und den Spielbetrieb oberhalb der Landesebene sowie das Regelwerk. Für den Vereinsalltag im Breitensport ist der Landesverband die maßgebliche Instanz.

Wo findet man die Spielpläne und Tabellen?

Der Ligabetrieb der Landesverbände wird über das gemeinsame Portal handball.net abgebildet; die Bundesligen und Nationalmannschaften führt der Deutsche Handballbund auf dhb.de.