Handball-Vereine

Die Handball-Regeln in ihren Grundzügen

Angreifer beim Sprungwurf über der Kreislinie

Handball wird zwischen zwei Mannschaften zu je sechs Feldspielern und einem Torwart gespielt. Ziel ist, den Ball mit der Hand im gegnerischen Tor unterzubringen; wer nach zweimal 30 Minuten mehr Treffer hat, gewinnt. Was den Sport von außen betrachtet schnell macht, sind zwei Regeln: der Ball darf nur drei Sekunden gehalten und höchstens drei Schritte weit getragen werden.

Das Feld und der Torraum

Das Spielfeld misst 40 mal 20 Meter. Die auffälligste Linie ist der Sechs-Meter-Kreis um das Tor: Diesen Torraum darf nur der Torwart betreten. Angreifer springen deshalb über die Linie ab und müssen den Ball losgelassen haben, bevor sie aufkommen – der typische Sprungwurf entsteht direkt aus dieser Regel. Die gestrichelte Neun-Meter-Linie markiert, von wo nach einem Freiwurf ausgeführt wird.

Wechsel, Strafen und der siebte Feldspieler

Gewechselt wird fliegend, ohne Unterbrechung, an der eigenen Wechselzone. Fouls werden je nach Schwere mit Freiwurf, Siebenmeter, Zeitstrafe von zwei Minuten oder Disqualifikation geahndet. Nimmt eine Mannschaft ihren Torwart heraus, um mit einem zusätzlichen Feldspieler anzugreifen, spielt sie mit sieben Feldspielern und leerem Tor – inzwischen ein normaler Bestandteil des Spiels und nicht mehr die Ausnahme am Ende einer Partie.

Wer außer den Spielern gebraucht wird

Ein Spiel im Ligabetrieb braucht neben den Mannschaften zwei Schiedsrichter sowie am Kampfgericht einen Zeitnehmer und einen Sekretär. Die Schiedsrichter setzt der Verband an; Zeitnehmer und Sekretär stellt der Heimverein, und beide brauchen dafür eine kurze Einweisung, weil sie Zeitstrafen, Auszeiten und den elektronischen Spielbericht führen.

Vereine sind gegenüber ihrem Verband außerdem verpflichtet, anteilig zu ihren gemeldeten Mannschaften eigene Schiedsrichter zu stellen. Wer diese Pflicht nicht erfüllt, zahlt in den meisten Verbänden eine Ausgleichsabgabe – ein Posten, der kleinere Vereine spürbar belastet und der Grund ist, warum Schiedsrichterlehrgänge dort aktiv beworben werden.

Zeitspiel, Vorteil und der passive Angriff

Die Regel, die Zuschauer am häufigsten irritiert, ist das Zeitspiel. Wenn eine Mannschaft erkennbar keinen Torabschluss sucht, hebt der Schiedsrichter den Arm – nach einer weiteren begrenzten Zahl von Pässen wechselt der Ball die Seite. Eine feste Sekundenzahl gibt es nicht; entschieden wird nach Spielverlauf, was die Auslegung von Spiel zu Spiel unterschiedlich streng macht.

Ähnlich häufig missverstanden ist der Vorteil: Ein Foul wird nicht abgepfiffen, solange die angreifende Mannschaft dadurch keinen Nachteil hat. Der Pfiff kommt dann verzögert oder gar nicht, obwohl das Foul unstrittig war. Beides sind Ermessensentscheidungen und der Hauptgrund, warum sich Auslegungen zwischen Spielklassen spürbar unterscheiden.

Was im Jugendbereich anders ist

Für Kinder und Jugendliche gelten kürzere Spielzeiten, kleinere Bälle und je nach Verband eigene Vorgaben zur Abwehrformation – in den jüngsten Altersklassen ist offensive Manndeckung vielerorts vorgeschrieben, um Spielverständnis statt Blockstehen zu fördern. Harz wird im Kinderbereich in aller Regel nicht verwendet. Die verbindliche Fassung steht in den Durchführungsbestimmungen des jeweiligen Landesverbands.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Handballspiel?

Bei Erwachsenen zweimal 30 Minuten mit zehn Minuten Halbzeitpause. Im Jugendbereich ist die Spielzeit kürzer und je nach Altersklasse und Verband unterschiedlich geregelt.

Wie viele Spieler stehen auf dem Feld?

Sechs Feldspieler und ein Torwart je Mannschaft. Gewechselt wird fliegend und beliebig oft, ohne Unterbrechung des Spiels.

Was ist die Schrittregel?

Mit dem Ball in der Hand sind drei Schritte erlaubt, und der Ball darf höchstens drei Sekunden gehalten werden. Wer dribbelt, darf danach erneut drei Schritte gehen.

Warum darf niemand in den Torraum?

Der Sechs-Meter-Raum gehört allein dem Torwart. Feldspieler dürfen dort nicht aufkommen – springen und den Ball vor der Landung abspielen oder werfen ist dagegen erlaubt und der übliche Weg zum Tor.