Handball-Vereine

Hallenzeiten: worauf es bei der Vergabe ankommt

Leere Sporthalle am Abend, Tore an die Wand geschoben

Kaum ein Verein scheitert am Interesse. Er scheitert daran, dass die Halle am Dienstag um 18 Uhr schon vergeben ist. Hallenzeiten sind in den meisten Kommunen die knappste Ressource des Vereinssports, und wie sie verteilt werden, entscheidet darüber, welche Altersklassen ein Verein überhaupt anbieten kann.

Wer eigentlich vergibt

Zuständig ist fast immer die Kommune, nicht der Verband – bei Schulsporthallen in Abstimmung mit der Schulverwaltung, weil der Schulsport Vorrang hat. Vergeben wird üblicherweise einmal im Jahr für die kommende Saison, mit Antragsfristen im Frühjahr. Wer die Frist verpasst, bekommt das, was übrig bleibt, und das ist selten die Zeit, die man braucht.

Die Kriterien sind von Ort zu Ort verschieden, laufen aber auf ähnliche Punkte hinaus: Zahl der Mitglieder, Zahl der gemeldeten Mannschaften, Anteil an Kindern und Jugendlichen, und ob die Mannschaft am Ligabetrieb teilnimmt. Trainingsgruppen ohne Spielbetrieb stehen fast überall hinten.

Woran Anträge scheitern

Der häufigste Grund ist der schlichteste: Der Antrag nennt eine Wunschzeit, aber nicht, wofür. Eine Zeile “Dienstag 18–20 Uhr” konkurriert mit einer Zeile “Dienstag 18–20 Uhr, D-Jugend weiblich, 17 Spielerinnen, Ligabetrieb Kreisklasse”. Bei gleicher Nachfrage entscheidet, welcher Antrag die Vergabekriterien selbst bedient.

Der zweitwichtigste Punkt ist Ehrlichkeit bei den Zeiten. Vereine, die auf Vorrat beantragen und Zeiten dann nicht nutzen, fallen in der nächsten Runde zurück, viele Kommunen führen inzwischen Belegungslisten und gleichen sie ab.

Randzeiten sind nicht automatisch schlecht

Die Zeit zwischen 16 und 17.30 Uhr gilt als unattraktiv, weil Erwachsene dann arbeiten. Für die Minis und die E-Jugend ist sie oft die beste im Tag: Die Kinder kommen direkt aus der Schule oder dem Hort, die Eltern müssen nicht zweimal fahren, und die Halle ist frei.

Umgekehrt sind die späten Zeiten ab 21 Uhr für Jugendmannschaften unbrauchbar, werden aber gern akzeptiert, weil “wir haben eine Zeit bekommen” sich besser anfühlt als eine leere Zeile. Eine Zeit, zu der die Zielgruppe nicht kommen kann, ist keine Zeit.

Geteilte Hallen und halbe Felder

Wo eine Dreifachhalle zur Verfügung steht, wird sie fast immer geteilt vergeben, zwei Mannschaften auf je einem Drittel, getrennt durch einen Vorhang. Für Torwarttraining, Technik und die jüngeren Altersklassen reicht das aus; für Taktik auf dem Großfeld nicht. Vereine, die mehrere Mannschaften melden, fahren deshalb gut damit, ihre Anträge zu staffeln: eine volle Hallenzeit für die Mannschaft, die sie braucht, geteilte Zeiten für die übrigen.

Das lohnt auch strategisch. Ein Antrag, der ausschließlich volle Hallen verlangt, konkurriert mit allen anderen Vereinen um dieselben wenigen Slots. Ein Antrag, der erkennbar zwischen Bedarf und Verzichtbarem unterscheidet, ist für die vergebende Stelle leichter zu erfüllen, und wird in der Praxis häufiger vollständig bewilligt.

Was man außerhalb der Vergabe versuchen kann

Nicht jede nutzbare Halle steht auf der Liste der Kommune. Betriebssporthallen, Hallen von Berufsschulen und in ländlichen Gegenden Mehrzweckhallen der Gemeinde sind häufig unterbelegt und werden nur deshalb nicht genutzt, weil niemand fragt. Der Weg dorthin führt selten über ein Formular und meistens über ein Gespräch.

Häufige Fragen

Wer vergibt die Hallenzeiten?

In aller Regel die Kommune, bei Schulsporthallen in Abstimmung mit der Schulverwaltung. Der Schulsport hat Vorrang; der Vereinssport bekommt die Zeiten danach, üblicherweise ab dem späten Nachmittag.

Wann muss ein Verein die Zeiten beantragen?

Meist im Frühjahr für die kommende Saison. Die genauen Fristen setzt die Kommune; wer sie verpasst, bekommt die Restzeiten und damit selten die Zeiten, die er braucht.

Nach welchen Kriterien wird verteilt?

Verbreitet sind Mitgliederzahl, Zahl der gemeldeten Mannschaften, Anteil an Kindern und Jugendlichen und die Teilnahme am Ligabetrieb. Trainingsgruppen ohne Spielbetrieb stehen fast überall hinten an.

Was tun, wenn keine Halle zu bekommen ist?

Betriebssporthallen, Hallen von Berufsschulen und Mehrzweckhallen kleinerer Gemeinden stehen häufig nicht auf der Vergabeliste und sind unterbelegt. Der Weg dorthin führt über ein Gespräch, nicht über ein Formular.

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