Handball-Vereine

Die Regeländerungen der Saison im Überblick

Hände eines Schiedsrichters mit Pfeife am Spielfeldrand

Regeländerungen im Handball werden international beschlossen und wandern dann über den Deutschen Handballbund und die Landesverbände nach unten. Zwischen Beschluss und Kreisklasse liegen dabei oft eine Saison und eine Menge Interpretationsspielraum, weshalb sich für den Spielbetrieb unterhalb der Landesliga meist weniger ändert, als die Überschriften vermuten lassen.

Wo Änderungen sofort ankommen

Unmittelbar spürbar sind Änderungen, die den Spielablauf betreffen: Ausführung von Anwurf und Freiwurf, Zeitstrafen, der Umgang mit dem siebten Feldspieler. Das sind Dinge, die jeder Schiedsrichter in jedem Spiel anwendet, und sie werden in den Schiedsrichterschulungen vor Saisonbeginn durchgegangen.

Für Mannschaften heißt das praktisch: In den ersten Spieltagen einer Saison wird strenger und uneinheitlicher gepfiffen als später. Das ist kein Zeichen schlechter Schiedsrichter, sondern der normale Zustand, solange sich eine neue Auslegung einspielt.

Wo sie meistens nicht ankommen

Änderungen, die Technik oder Personal voraussetzen, bleiben in den unteren Klassen häufig theoretisch. Videobeweis, zusätzliche Zeitnehmer, elektronische Spielberichte in Echtzeit, all das setzt eine Ausstattung voraus, die eine Kreisklassenhalle nicht hat und für die auch niemand zuständig wäre.

Der Deutsche Handballbund und die Landesverbände tragen dem in aller Regel Rechnung, indem sie solche Regeln für bestimmte Spielklassen ausdrücklich aussetzen. Wer wissen will, was im eigenen Spielbetrieb gilt, findet die verbindliche Fassung deshalb nicht in der internationalen Regelfassung, sondern in den Durchführungsbestimmungen des eigenen Landesverbands.

Was Vereine vor der Saison klären sollten

Drei Punkte lohnen den Blick, weil sie regelmäßig zu Ärger führen: die aktuellen Vorgaben zur Spielberechtigung von Jugendlichen in Erwachsenenmannschaften, die Regelungen zum Harzgebrauch in der jeweiligen Halle, und die Anforderungen an den elektronischen Spielbericht.

Alle drei sind vom Landesverband geregelt und werden vor Saisonbeginn veröffentlicht. Alle drei kosten Punkte, wenn sie übersehen werden, nicht auf dem Feld, sondern am grünen Tisch.

Warum Regeln überhaupt geändert werden

Die meisten Änderungen der letzten Jahre verfolgen zwei Ziele: mehr Tempo und weniger Verletzungen. Der schnelle Anwurf von der Mittellinie, ohne dass alle Spieler in der eigenen Hälfte stehen müssen, hat die Zahl der Spielzüge pro Partie deutlich erhöht. Die verschärfte Ahndung von Treffern gegen Kopf und Wurfarm zielt umgekehrt auf Verletzungen, die im Handball überproportional häufig sind.

Für den Breitensport ist der zweite Punkt der relevantere. Wo Schiedsrichter Kopftreffer konsequent mit Disqualifikation ahnden, verändert das die Abwehrarbeit im Training, und zwar in allen Klassen, weil die Regel keine Ausnahme für untere Ligen kennt. Vereine, die das erst am ersten Spieltag merken, sammeln unnötige Zeitstrafen.

Wie man auf dem Laufenden bleibt

Die zuverlässigste Quelle ist der eigene Landesverband, nicht die allgemeine Sportberichterstattung. Verbände veröffentlichen Durchführungsbestimmungen und Änderungen als eigenes Dokument, meist im Juli, und informieren die Vereine zusätzlich über den Verteiler an die gemeldeten Adressen. Wer diesen Verteiler nicht bekommt, sollte das vor der Saison prüfen, es ist der Kanal, über den auch alles Weitere läuft.

Häufige Fragen

Wer beschließt die Handballregeln?

Die Internationale Handballföderation beschließt das Regelwerk. Der Deutsche Handballbund übernimmt es und die Landesverbände setzen es über ihre Durchführungsbestimmungen für den jeweiligen Spielbetrieb um.

Gelten alle Regeländerungen auch in der Kreisklasse?

Nein. Änderungen, die Technik oder zusätzliches Personal voraussetzen, werden für untere Spielklassen regelmäßig ausgesetzt. Verbindlich ist immer die Fassung des eigenen Landesverbands.

Wo findet ein Verein die für ihn gültigen Bestimmungen?

In den Durchführungsbestimmungen des Landesverbands, die üblicherweise im Juli vor Saisonbeginn veröffentlicht und zusätzlich über den Vereinsverteiler versandt werden.

Warum wird zu Saisonbeginn uneinheitlich gepfiffen?

Weil sich eine neue Auslegung erst einspielen muss. Schiedsrichter werden vor der Saison geschult, die Umsetzung schwankt in den ersten Spieltagen aber messbar stärker als später im Jahr.

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